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Industrie
Österreichs Glücksspielwende

Österreichs Glücksspielwende: Zwischen Spielerschutz und Cooling-off

Der Österreichische Glücksspielmarkt steht vor einer Wende. Seit einiger Zeit wird darüber spekuliert, in welche Richtung sich die Abgeordneten dabei entscheiden. Ist ein strenger Gesetzesrahmen nach dem Deutschlandmodell in Sicht oder werden internationale Anbieter mit offenen Armen empfangen?

Der aktuelle Entwurf im Faktencheck 

Der neulich geleakte Gesetzentwurf, der eine Marktöffnung für 2027 vorsieht, wirft nun etwas mehr Licht und Klarheit auf die Sache.

Auch die Reaktionen der Öffentlichkeit und der Fachleute führten dazu, dass einige Vorschläge weiteren Anpassungen unterzogen wurden, um letztendlich zwei Kernprobleme zu beheben: die Steuerhinterziehung und exzessives Spielen.

Spielerschutz im Rampenlicht

Die vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen vor allem den Bereich des Spielerschutzes. Online Casinos in Österreich sollen landesweit eine wöchentliche Einzahlungsgrenze von 1.680 einhalten müssen, wobei für Spieler unter 26 Jahren ein strikteres Limit von 250 geplant ist. Das Einsatzlimit wurde nach Korrekturen auf 5 definiert.

Maximale Gewinne werden auf 10.000 gedeckelt und Jackpotspiele bleiben erlaubt. Im internationalen Vergleich scheinen diese Vorschläge einen recht pragmatischen Rahmen zu bieten.

Rückwirkende Steuerpflicht?

Doch der Standpunkt zu den bisherigen Anbietern ist mit einer strengen Note versehen. Unternehmen, die ihre Dienste in den letzten 18 Monaten illegal auf dem österreichischen Markt platziert haben, wird vorübergehend der Einstieg in den regulierten Markt untersagt - eine sogenannte „Cooli­ng-­off­-Pe­riode“.

Darüber hinaus werden sie verpflichtet, unbezahlte Steuern nachzuzahlen und ausstehende Gerich­tse­nts­che­idungen an Spieler zu begleichen.

Die Gegenreaktion der Branche folgte, und das aus gutem Grund. Da dieser Gesetzesvorschlag hauptsächlich seriöse, EU-lizenzierte Anbieter betrifft, stellt er kaum eine Hürde für komplett illegale Akteure dar, die ohnehin keine österreichische Lizenz beanspruchen wollen.

Der Weg zum regulierten Markt bleibt ein Balanceakt 

Dennoch hat diese Entwicklung eine entscheidende, positive Seite. Das Thema ist endgültig im Zentrum des öffentlichen Diskurses angekommen.

Der offene Dialog zwischen Regulatoren, Anbietern und der Gesellschaft ist ein wichtiger und notwendiger Katalysator. Er bietet die wertvolle Chance, bis zur geplanten Marktöffnung ein Regelwerk zu formen, das den Spielerschutz ernst nimmt, ohne den Markt den illegalen Akteuren zu überlassen.